Um von einem Trauma zu genesen, braucht es Zeit, Geduld und Behutsamkeit, damit die unterbrochene Verbindung zum Körper und zum Selbst wieder hergestellt werden kann.
Nicht eine andere Macht soll entscheiden, wie wir uns fühlen. Im Heilungsprozess lernen wir, wie wir selbst wieder Einfluss nehmen können. Ein Trauma ist dadurch gekennzeichnet, dass der Geist während des Ereignisses abschaltet, während der Körper eine Erinnerung an diesen Zustand absoluter Ohnmacht bewahrt.
Körperliche Folgen verstehen
Durch die Erfahrung, das Unvermeidliche nicht abwenden zu können, bleibt das Nervensystem oft in einer Alarmbereitschaft hängen. Man spricht hier von Hyperarousal (Übererregung): Bereits leichte Irritationen versetzen Betroffene unverhältnismäßig stark in Unruhe, Angst oder körperliche Anspannung.
Wie Yoga hier ansetzt
Yoga hilft dabei, diese „eingefrorenen“ Erfahrungen behutsam aufzulösen. Die Kombination aus achtsamer Bewegung und empathischer verbaler Begleitung ist dabei ein bedeutender Wirkfaktor.
Wir wissen heute, dass Traumata – ob Schocktrauma oder Bindungstrauma – tief im vegetativen Nervensystem gespeichert sind. Traumasensibles Yoga trägt diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung:
Durch regelmäßiges Üben wirst du in die Lage versetzt, dich selbst zu regulieren und dein System wieder in Sicherheit zu bringen. Traumasensibles Yoga unterscheidet sich daher grundlegend vom fitnessorientierten Yoga. Es geht nicht um „Wie sehe ich aus?“, sondern um: „Wie fühle ich mich in mir und wie sicher ist mein Körper als Ort für mich?“
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